Feminismus – „früher“ und heute

Wenn ich das Wort Feminismus höre oder lese, muss ich irgendwie immer zuerst an Frau Alice Schwarzer denken. Und eben auch die negativen Konnotationen. Früher  galt „Feministin“  als Schimpfwort (heute vielleicht auch noch in manchen Kreisen). Dafür gibt es heutzutage wenigstens auch Feministen. Das finde ich super. Ich selber habe mich mit dem Thema eigentlich nie explizit beschäftigt, gleichwohl es natürlich ein Wichtiges ist. Als älteste Schwester von Vieren einer größtenteils alleinerziehenden Mutter,  habe ich Frauen damals schon als in vielerlei Hinsicht wichtiger als Männer empfunden.

Vor einigen Jahren bin ich dann auf einen kleinen Bericht über eine Talkshow-Debatte zwischen Alice Schwarzer und Verona Feldbusch gestoßen. Hier trafen die Meinungen zweier völlig unterschiedlicher Frauen aufeinander.

Der Blick auf das Thema Feminismus hat sich über Generationen deutlich verändert. Es stellen sich Fragen wie: Wie definiert sich Feminismus in den aktiven Zeiten von Frau Schwarzer? Worin unterscheidet er sich von der Definition zu Zeiten von Frau Feldbusch? Was darf man sagen? Muss man sich zu irgendetwas bekennen? Muss man zu dem Thema überhaupt eine Meinung haben? Muss man sich heute als  intelligente, aufgeklärte und starke Frau, die genau weiß, was sie möchte und was nicht und als Individuum generell, eigentlich automatisch zur Feministin erklären, um für Frauen(rechte) einzustehen?

 

Beim Hören meines Lieblingsradiosenders, stoße ich immer wieder auf junge Sängerinnen, die sich in ihren Songtexten teilweise und das auch nicht unbedingt vordergründig mit dem Thema Feminismus auseinandersetzen. Besonders gut gefallen mir

 

 

  • KeKe: Empowerment pur! Vor allem der Song “Ladies” hat es mir angetan; ein Interview mit der Künstlerin findet ihr hier

 

 

  • Eunique: möchte mit ihrem neuen Song Frauen weltweit empowern. Dabei geht es der Rapperin nicht nur darum, vorhandene soziale Missstände und reale Gewalt anzusprechen, sondern auch darum, zu Solidarität und Gegenreaktionen aufrufen. Auch für Männer, die ihre physische Macht an Frauen ausspielen, hat Eunique in ihrem Song Lost eine klare Botschaft:

 

„Ich bitte dich, schäm dich ab heute/ Ich meine, rein körperlich, musst du doch wissen sind Frauen heut’ die Beute/ Aber nein, nein, du willst Hulk sein und dich stark fühl’n,/ Mein Beileid an deine Kindheit, ich kann nachfühl’n“

Einen interessanten Beitrag zur Künstlerin brachte Germania / Funk

 

Sonja L Benzebeiri-Kellieh