House of Hope – Africa: Trauma und Flucht

Für Rückkehrer*innen in Senegal und Gambia. Ein Train-the-Trainer Programm

Das neue Projekt des fka Karlsruhe richtet sich an Rückkehrer*innen in Senegal und Gambia. Es ist Teil des Programms „Migration für Entwicklung (PME)“ der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert

PME – Programm Migration für Entwicklung

Der fka wird eigenes Personal nach Afrika entsenden, um dort in enger Zusammenarbeit mit dem neu eröffneten Migrationsberatungszentrum der GIZ in Dakar ein Netzwerk zur Behandlung traumatisierter und psychisch instabiler Rückkehrer*innen aus Europa und Drittstaaten (v. a. aus Libyen) aufzubauen.

Ziel des Projektes ist es, Rückkehrer*innen Wege zu eröffnen, ihre traumatischen Fluchterfahrungen zu verarbeiten sowie Scham- und Schuldgefühle ob des eigenen Scheiterns zu überwinden. Darüber hinaus erhalten Betroffene Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Herkunftsgesellschaft. Es werden sowohl Einzel- als auch Gruppentherapien angeboten.

Ein für das Projekt wichtiger Kooperationspartner ist das Kompetenzzentrum für Psychotraumatologie der Universität Konstanz, zu dem der fka bereits seit mehreren Jahren enge Kontakte pflegt. Die Idee eines „House of Hope“ in Westafrika kann als Resultat eines regen Gedankenaustauschs zwischen den beiden Organisationen angesehen werden. Die Entsendung von Trainer*innen/Therapeut*innen nach Senegal/Gambia erfolgt über die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung in Konstanz. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die sog. Narrative Exposure Therapy (NET) – eine von Thomas Elbert in Krisengebieten und Flüchtlingslagern entwickelte Methode zur Behandlung von Traumata. Derzeit existieren bereits u. a. im Kongo, in Uganda, in Burundi und in Südamerika Langzeitprojekte auf Basis der NET.

vivo international – Psychotraumatologie, humanitäre Hilfe

Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Konstanz

Literatur: Schauer M, Neuner F, Elbert T (2011). Narrative Exposure Therapy. (2nd edition) Göttingen, Germany: Hogrefe & Huber.

Um die ambitionierten Ziele erreichen zu können, ist die Einrichtung eines lokalen, binationalen Kompetenzzentrums für Traumafolgestörungen erforderlich. Hier sollen nicht nur betroffene Rückkehrer*innen und afrikanische Binnenflüchtlinge aufgenommen, sondern auch lokale Berater*innen im Kontext eines – in Sri Lanka und Kongo erfolgreich erprobten – Train-the-Trainer-Programms ausgebildet werden.

Das fka-spezifische Konzept eines interkulturellen, heterogenen Arbeitsteams wird auch in Afrika eine Rolle spielen. Hierbei stehen die Arbeit auf Augenhöhe und die Stärkung vorhandener Ressourcen im Zentrum. Selbstermächtigung, Qualifizierung und Bewusstwerdung gehören zu den zentralen Themen. Sie sind ein ebenso wichtiger Baustein der Projektarbeit wie die Auseinandersetzung mit der Frage nach gleichberechtigter Teilhabe. Bei all dem bilden die Migrant*innen selbst die entscheidende und tragende Brücke in der Absicht, im Verlauf der Therapie innovative, kulturspezifische Strukturen gemeinsam zu entwickeln und zu stärken.

Um all dies gewährleisten zu können, ist eine intensive Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unerlässlich. Dies werden sein:

in Gambia:  die gambische Koordinierungsstelle für Psychotherapie und psychiatrische Angelegenheiten, beauftragt mit der Betreuung von Rückkehrern (Banjul)

in Senegal: die international operierende, innerafrikanisch gut vernetzte Human-Rights-NGO (RADDHO) in Dakar, zu welcher enge, persönliche Verbindungen bestehen. Im Herbst 2017 wurden diese durch ein ifa-Austauschprogramm zwischen RADDHO und dem fka gestärkt.

Einen Blog zum House of Hope finden Sie unter: https://house-of-hope-west-africa.de/

 

Kontakt in Deutschland:

Priska Löhr
priskaloehr@web.de
Tel: 0151 70 11 87 49

Danika Helbing
danika.helbing@freundeskreis-asyl.de
Tel: 0179 / 416 63 00

Telefonzeiten:
Mo, Mi, Fr von 10 – 13 Uhr
Di und Do von 14 – 18 Uhr

Kontakt in Dakar, Senegal:

House of Hope – Africa
Mermoz Pyrotechnique
Villa No 57
Fon: 00221-338972064 / 772191129
Email: house-of-hope@freundeskreis-asyl.de