House of Hope – Africa: Trauma und Flucht

ein Train-the-Trainer Programm für Rückkehrer*innen in Senegal

Im Herbst 2018 hat der fka – mit Unterstützung der GIZ und im Rahmen des bundesdeutschen PME-Programms „Perspektive Heimat“ zur Reintegration von Rückkehrer*innen – das House of Hope in Dakar gegründet. Es ist ein Ort, an dem v. a. Rückkehrer*innen die Möglichkeit erhalten, ihre traumatischen Fluchterfahrungen aufzuarbeiten und neuen Lebensmut zu schöpfen.

Ein für das Projekt wichtiger Kooperationspartner ist das Kompetenzzentrum für Psychotraumatologie der Universität Konstanz. Trainer*innen/Therapeut*innen werden über die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung nach Senegal entsandt. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die sog. Narrative Exposure Therapy (NET) – eine von Prof. Dr. Thomas Elbert in Krisengebieten und Flüchtlingslagern entwickelte Methode zur Behandlung von Traumata. Derzeit existieren bereits u. a. im Kongo, in Uganda, in Burundi und in Südamerika Langzeitprojekte auf Basis der NET.

Parallel zum therapeutischen Angebot im House of Hope, werden lokale Counsellor von einem internationalen Expertenteam ausgebildet. Sie erhalten ihrerseits die Befähigung, Traumafolgestörungen zu behandeln. Basierend auf dem Prinzip „Train the Trainer“ bilden die Counsellor weitere Unterstützer*innen aus (Kaskadensystem), wodurch ein weit verzweigtes Netzwerk entsteht, das Betroffenen die Möglichkeit gibt, erneut Zugang zum gesellschaftlichen System zu erhalten.

Die Arbeit des House of Hope erfährt in der senegalesischen Bevölkerung einen immer größeren Zuspruch. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Suche nach Klient*innen, sind unsere Counsellor aus der ersten Trainingseinheit seit etwa eineinhalb Jahren gut ausgelastet und das Projekt gewinnt an Popularität. Wir haben zahlreiche informelle Kooperationen mit Beratungs- und Unterstützungsorganisationen abgeschlossen und sind in den Medien präsent. Das senegalesische Team identifiziert sich stark mit der grundlegenden Idee und versteht sich als Pionierteam im Bereich psychosozialer Therapien. Langfristig ist eine selbstständige Verwaltung des (internationalen) Projekts durch die einheimischen Berater*innen und Projektmitarbeiter*innen angestrebt (Stichwort: Empowerment).

Aufgrund der vielen Anfragen und des hohen Bedarfs an psychotherapeutischer Begleitung, hat das House of Hope seine Türen auch für IDPs (internally displaced people) und Einheimische geöffnet. Der Fokus liegt jedoch auf zurückgekehrten Geflüchteten. Zurzeit passt das Team seine Tätigkeiten den vielfältigen neuen Bedarfen an, die im Kontext der Corona-Krise entstehen und mit dem allgemeinen Ausnahmezustand zusammenhängen. Unsere Mitarbeiter*innen werden aktiv in eine staatliche Task Force zur psychischen Unterstützung von Corona-Geschädigten und ihren Familien einbezogen.

Vor Ort erhält der fka Unterstützung durch die international operierende, innerafrikanisch gut vernetzte Human-Rights-NGO RADDHO (Rencontre Africaine pour la Défense des Droits de l’Homme).

Darüber hinaus hat sich im Verlauf des Projekts das in Dakar ansässige Centre sénégalo-allemand d’Information pour l’Emploi, la Migration et la Réintégration (CSAEM) als ein weiterer wichtigster Kooperationspartner für uns erwiesen. Es ist unser komplementärer GIZ-Partner in Dakar. Wir stehen permanent mit dem Zentrum in Verbindung (Klient*innenvermittlungen, gemeinsame Planungen, HoH-Seminare für Mitarbeiter*innen).

Kontakt in Deutschland:

Priska Löhr
priskaloehr@web.de
Tel: 0151 70 11 87 49

Danika Helbing
danika.helbing@freundeskreis-asyl.de
Tel: 0179 / 416 63 00

Telefonzeiten:
Mo, Mi, Fr von 10 – 13 Uhr
Di und Do von 14 – 18 Uhr

Kontakt in Dakar, Senegal:

House of Hope – Africa
Mermoz Pyrotechnique
Villa No 57
Fon: 00221-338972064 / 772191129
Email: house-of-hope@freundeskreis-asyl.de

 

 

„House of Hope, la maison de l’espoir“- ein Dokumentarfilm von Khadim NDIAYE

Einen ganz persönlichen Einblick in die Arbeit des fka in Dakar/Senegal ermöglicht der in Kooperation mit der Produktionsfirma Bamba Prod entstandene Dokumentarfilm „House of Hope, la maison de l’espoir“. Hier sprechen nicht nur die Projektleiterin, Kooperationspartner*innen und Counsellor über ihre Vision und die Bedeutung des House of Hope; auch zwei Klient*innen hatten den Mut, ihre Geschichte mit den Menschen zu teilen…

 

Weitere Informationen zum Projekt: