Takaa Niroo

Bestärkungsprogramm für geflüchtete Frauen und Mädchen

Takaa Niroo ist ein Projekt der Werkstatt Parität in Kooperation mit dem Paritätischen Landesverband Baden-Württemberg am Standort Karlsbad. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die seelische Gesundheit von Frauen und Mädchen zu stärken und sie vor Gewalt und geschlechtsspezifischer Diskriminierung zu schützen. All dies geschieht im Kontext der Herausforderungen und Chancen der Migration nach Deutschland.

Das Projekt Takaa Niroo findet seit 2018 an fünfzehn Projektstandorten in Baden-Württemberg statt. In Karlsbad wird das Programm in Kooperation mit der Bürgerinitiative „Runder Tisch Asyl Karlsbad“ durchgeführt. Die Treffen finden regelmäßig alle zwei Wochen im evangelischen Gemeindehaus in Langensteinbach statt. Etwa acht Frauen aus den Ländern Irak, Afghanistan, Syrien, Eritrea und Gambia nehmen daran teil.

Je nach Bedarf sind Dolmetscher*innen zugegen. Auch eine Kinderbetreuung ist möglich. Themen sind das Familienleben, Geschlechterrollen, Normen und interkulturell geprägte Erwartungen sowie damit einhergehende Befürchtungen und Hoffnungen.

Beim Aufbau des Projekts konnten wir auf die Teilnehmerinnen das lokalen Frauencafés sowie des Frauen-Erstorientierungskurses zurückgreifen. Daraus entstand eine offene Gruppe von Frauen, deren Vertrauen ineinander zunehmend wuchs, jedoch auch immer wieder auf die Probe gestellt wurde. Die Erzählungen der Teilnehmerinnen verdeutlichten die Problematik von unterschiedlichen Familienstrukturen im Spannungsfeld zwischen Heimatkultur und Kultur der Aufnahmegesellschaft in Deutschland.

Im Austausch darüber erleben die Frauen die Gruppe als große Unterstützung und einen Ort des geschützten Austausches. Es kann offen über Werte und Normen diskutiert und reflektiert werden. In der Folge kommt es z. T. zu neuen Bewertungen.

Unsere Arbeit in Karlsbad hat uns deutlich gezeigt, dass es einen großen Bedarf an geschlechtsspezifischen Angeboten gibt. Gesprächsangebote – nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer – sind für eine gelingende Identitätsentwicklung wichtig. Insbesondere, wenn diese im Zuge von Heimatverlust, Neuorientierung und Entwicklung eines Zugehörigkeitsgefühls zur Aufnahmegesellschaft geschieht.

Mit unserer Unterstützung können gleichberechtigte Familienstrukturen gefördert und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag dazu geleistet werden, Gewalt gegenüber und Unterdrückung von Mädchen und Frauen entgegenzuwirken.